Mama Talk: Über neue Routinen und 9 Fakten über mein Mama-Sein

Auf Instagram wurde ich vergangenen Monat getagged und nach 5 Fakten zum Mama-Sein befragt. Eigentlich ist das nicht so mein Ding, aber in diesem Fall fand ich es schön, ein paar Momentaufnahmen zusammen zu tragen  – vielleicht, um meine derzeitige Gefühlslage und all die neuen Eindrücke nicht so schnell wieder zu vergessen.

Denn wenn ich mich schon kaum mehr an meine Schwangerschaft erinnern kann, wie soll man dann all die magischen Emotionen in ein paar Jahren greifen können? Also verlängere ich die Kategorie und habe hier neun Fakten über neue Gewohnheiten und meinen Alltag mit einem fünf Monate alten Baby zusammen getragen.

1.(Schwarzer) Humor

Endlich wieder was Neues von Louis! Mein Lieblingscomedian Louis CK hat gerade nach langer Zeit ein neues Programm veröffentlicht, das ich nur empfehlen kann. Das ist schwarzer, böser Humor, wie er im Bilderbuche steht – und weil mein Mann und ich sehr dafür zu haben sind, erklärt es auch unseren eigenen Humor. Zum Beispiel war Levis Projektname Gisbert, der denkbar schlimmste Name überhaupt. Wir haben es so überstrapaziert, dass einige Leute am Ende glaubten, es sei ernsthaft unsere Wahl.

Wie viele Witze wir außerdem über Levis inzwischen drittes Kinn oder seine stinkenden Halsfalten machen. Wir lachen so viel, dass uns manchmal die Bauchmuskeln (ergo: die Bäuche) weh tun. Inzwischen macht Levi mit und quietscht und jauchzt, was das Zeug hält. Wir sind überzeugt: Das wird mal ein Lustiger und er kommt nach uns. Finden wir natürlich auch gut.

2. No Helicopter

Ich glaube, ich bin cool geblieben und nicht zur Helikoptermama mutiert. Man munkelt sogar, dass ich nach wie vor dieselbe Person bin (nur nicht mehr auf Parties gehe – und da war ich gut drin, haha!). Levis Wohl steht an erster Stelle und ich mache mir immer viele Gedanken und Sorgen, ohne dabei auszuflippen. Standard-Spruch: Ach, das ist doch nur eine Phase! Ach, ich glaube, das ist bei allen Babies so!

Meine liebste Lexi meint sogar: „Ich finde du bist auch entspannter geworden und strahlst Gelassenheit aus, auch im Vergleich zu den Insta-Girls. Jetzt hast du zwei Schwerpunkte in deinem Leben: Baby Levi und Baby Journelles . Das lässt dich erwachsen und geerdet wirken. Du weißt, was zählt.“ Aww. 💞

Tatsächlich verlasse ich mich mehr denn je auf mein Bauchgefühl und glaube, dass sich die Einstellung in so mancher Situation auch auf unser Kind überträgt.

3. Challenge accepted

Meine grösste Herausforderung als Mutter ist definitiv der Schlafmangel in Kombination mit meinem Job, denn ich bin schon drei Wochen nach der Geburt wieder eingestiegen. Mein schlechtes Gewissen begleitet mich ständig; bin ich nicht im Büro bei meinen Mitarbeiterinnen, habe ich das Gefühl sie zu vernachlässigen, bin ich nicht bei Levi, bin ich gefühlt eine Rabenmutter.

Dieses erste Lebensjahr ist aber so besonders, dass ich keine Minute davon missen möchte. Deshalb habe ich runter geschraubt und akzeptiert, dass nun mal nicht alles auf einmal funktionieren kann. Dass es okay ist, wenn Emails länger als eine Woche unbeantwortet bleiben. Oder ich mal gar nicht im Büro aufschlage. Dass ich noch lange nicht wieder bei 100 Prozent im Job angekommen bin, weil mich der wenige Schlaf an sechs von sieben Tagen die Woche einfach umhaut.

Stattdessen arbeite ich an einer ausgewogenen Einstellung und je mehr Routine einkehrt, desto besser wird es.

4. Vorlesen lassen*

Man sagt ja, dass man als Neu-Eltern zu nix mehr kommt. Kein gutes Buch mehr, kein Film oder Kino, kein Restaurant-Besuch mehr. Alles eine Frage der Einstellung und Organisation, wie ich finde – denn so lange unser Kind noch nicht krabbelt oder laufen kann, sind wir ziemlich flexibel und mussten auf wenig verzichten. Ich lese sogar mehr denn je! Abends auf dem Kindle, tagsüber lasse ich mir vorlesen, denn das funktioniert mit Kopfhörern in jeder Situation. Levi beruhigen, rumtragen, wenn er neben mir schläft oder beim Kinderwagen schieben: Das Hörbuch-Abo von Audible ist jeden Penny wert!

Mein Favorit (Achtung, lautes Lachen vorprogrammiert!): Heinz Strunk in Afrika.

Wenn Levi dann etwas älter ist, kann ich zu Kinderhörspielen switchen, denn das 8.000 Titel starke Audible-Sortiment umfasst auch alle Hörbuch- und Märchenklassiker. Von Bibi über Benjamin, Pippi Langstrumpf, Räuber Hotzenplotz, die unendliche Geschichte bis Grimms Märchen… alles dabei! Ich habe als Kleinkind auch unendlich viel gehört und bin überzeugt, dass es mein kreatives Vorstellungsvermögen angekurbelt und meinen Wortschatz erweitert hat.

P.S.: Kann man 30 Tage kostenlos testen!

5. Singen singen singen

Wo wir schon beim Vorlesen sind. Noch nie hatte ich einen Freifahrtschein, so viel zu vorzusingen! Ich liebe singen, beherrsche es aber leider nicht. Keiner singt so schief aber textsicher wie ich, hehe.

Wir haben natürlich Eigenkompositionen für Levi (mein Hit heisst „honey honey honey“), aber er hört sich auch quer durch die Charts. Derzeit ist er Fan von Ed Sheeran und Kendrick Lamar – ein verdammtes Chamäleon!

6. Hug you!

Ich bin eine unerbittliche Kuschlerin und Knutscherin. Solange sich der Kleine noch nicht wehren kann, kriegt er meine Liebe nonstop aufgedrückt 💋❤😋

Aber mal im Ernst: Diese Liebe ist unglaublich! So selbstverständlich und doch wieder nicht. Man kann sich vorher gar nicht vorstellen, wie viel voller ein Herz werden kann.

7. ME Time

Freiräume schaffen, Zeit einteilen und ein wenig für sich sein. Ich bin bereits seit seinem dritten Lebensmonat wieder zum Hip Hop tanzen gegangen und dieser Dienstagabend benötigt zwar gute Vorbereitung (abpumpen – ich hasse es), ist inzwischen aber heilig und dringend notwendig. Kopf aus und mal so tun, als hätte sich rein gar nichts verändert: es hilft!

Das gilt auch für eine gute Pediküre oder eine Thai Massage. Mein Mann schafft mir viele Freiräume, wenn ich sie denn haben möchte, so dass ich auch für mich sein kann. Ich muss dann gar nicht zwingend in den Club (den Kater isses nicht wert), sondern ordne mich eher in die Kategorie Wellness ein. An meinem Geburtstagswochenende war ich gefühlt zwei Stunden in der Dampfsauna. Luxus!

8. Die Dinge nehmen wie sie kommen

Na herzlichen Glückwunsch, da stopfe ich doch gleich mal das Phrasenschwein. Es gibt so einige Standardsprüche im Eltern-Kosmos. Den Großteil davon raffe ich nicht, zum Beispiel in der Schwangerschaft: „Schlaf so viel es geht VOR. Genießt noch mal das Alleinsein!“

Weder kann man vorschlafen. Noch konnte mir die Wartezeit aufs Baby damit schmackhaft gemacht werden, allein mit meinem Partner zu sein. Ich mein: Das waren wir bereits 10 Jahre und dieses absolute Wunschkind sollte ja genau das Gegenteil bewirken 😉

Aber wie dem auch sei, ein wohl gemeinter Rat oder vielmehr Spruch trifft absolut zu: Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen. Als grosser Ordnungs- und Planungsfreak bringt mich die Ungewissheit mancher Situationen ins Schwitzen. Auf der Haben-Seite wird man auch deutlich entspannter, denn es gibt Dinge, die kann man einfach nicht ändern. Man kann sie nur akzeptieren. Das fängt bei vollgeka***en Windeln an und hört bei unmöglichen Schlafrhythmen längst nicht auf.

Wieso der Kleine immer Randale macht, wenn das Essen kommt? Warum er immer aufwacht, wenn man gerade Emails machen möchte? Oder er nur zehn Minuten schläft, wenn man sich ausnahmsweise mal für ein Nickerchen dazu legt?

Egal, embrace it.

9. Mein Fazit als Mama

Ich fürchte, Mama-Sein macht süchtig. Gebt mir ruhig noch 10 von diesen kleinen süssen Früchtchen! Oder sagen wir mal so: Ein Geschwisterchen wäre in jedem Fall was Feines. Wenn ich nun Neugeborene sehe, lasse mich zu Gedanken wie: „Hach, war das schön DAMALS!“ hinreißen. Levi ist fünf Monate alt. Fünf. Das hat die Natur ja gut eingerichtet…

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* Transparenz: Unterstützt durch Produktplatzierung

Kommentare

  1. Sunny sagte am

    Liebe Jessy, Genau so ist es! Mit meinem 6 Monate alten Sohn kann ich da so nachfühlen. Wobei ich meinen größten Respekt vor deiner Arbeit kund tun möchte. Ich bin manchmal am Ende des Tages froh geduscht zu sein und einen Kita Antrag ausgefüllt zu haben. Wie andere Mamas nebenbei arbeiten können ist mir ein Rätsel! Eine ganz ganz wichtige Frage habe ich: WO KANN MAN ZU HIPHOP TANZEN GEHEN??? Ich lebe erst seit einem Jahr in Berlin und kenne nue elektroschuppen… ich würde so gerne mal wieder auf HipHop tanzen. Gerne auch dienstags…. aber wo? Vielen Dank!!! 🙂

    • admin sagte am

      Huhu Sunny, das ist ja lieb, danke dir vielmals! Ich gehe tatsächlich in einen Tanzkurs, nicht in den Club 😉 Und das bei der Flying Steps Academy in Kreuzberg (Anfängerkurs, höhö).

      • Sunny sagte am

        🙂 Ach stimmt!!! Ich hatte das mal in deinen Instastorys gesehen glaube ich und war ganz fasziniert! Großartige Art der Rückbildung! 🙂 Na gut, mein Tanzen zu HipHop im Club muss och wohl an den Kategorie 2000’er Nagel hängen. Aber eigentlich bin ich dafür vielleicht eh schon zu alt! 🙈 😉

        • admin sagte am

          Genau! Da gibt es keine Altersgrenze. Von 18 bis 45 ist alles vertreten, würde ich behaupten 🙂

  2. Liebe Jessie,
    das mit dem schlechten Gewissen kenne ich sehr gut. Auch, wenn ich nur Teilzeit in der Agentur angestellt bin, arbeite nebenbei für den Blogs. Damit ich aber so viel Zeit wie möglich mit meinem Sohn verbringe, arbeite ich nur dann, wenn er schläft: Also ab 20 Uhr. Der Nachmittag ist nur dem Kleinen und der Familie gewidmet und das empfinde ich als großes Glück. Denn ich weiß, dass viele Frauen gerne Teilzeit arbeiten würden, sich das jedoch finanziell nicht leisten können.

    Auch, wenn ich oft abends bis 23:00 Uhr oder später sitze und Mails beantworte oder Blogartikel schreibe, lohnt sich das Ganze total für mich. Und ich habe das Gefühl, dass ich so Familie und Job ganz gut vereinbaren kann.

    Dir wünsche ich weiterhin viel Glück mit eurem Schatz. Du machst das alles wirklich fabelhaft.
    Liebe Grüße,
    Ari

  3. Leonie sagte am

    Ich musste laut lachen. Meine kleine Jette ist jetzt drei Monate alt und ich kann all Deine Erfahrungen komplett unterschreiben. Schön, dass es anderen Muttis genauso geht und vor allem, dass auch Du Du geblieben bist!

  4. Alexa sagte am

    Du singst gar nicht schief, sondern glockenhell und zauberhaft. Mamasein ist dein schönster JOURlook.

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